Die Pyramiden von Gizeh sind Spuren aus Stein

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Lilith - Baum des Lebens
Leseprobe Teil 2
© Sven Schmidt, alle Rechte vorbehalten

Eine junge Frau mit einer klaren Stimme sang ein wunderschönes Lied. Die Sonne schien gütig über die kleine Hüttengemeinschaft Tolabe und der warme Frühlingstag neigte sich dem Abend zu. Ein leiser Wind strich durch die Äste der Mopanebäume, die vereinzelt oder in Gruppen um das winzige Dörfchen herumstanden. Ihre graubraunen, mit tiefen Furchen durchsetzten Stämme trugen schmale Baumkronen, die Schatten für Insekten und kleinere Tiere spendeten. Übermannsgroße Kampferbüsche hatten sich den Platz zwischen den Baumgruppen erobert. Ihr immergrünes Laub diente als Nahrung für viele Tiere. Ausgetretene Pfade führten durch Trockengras zu den achtzehn Häusern, die in vier geraden Reihen angeordnet waren. Jedes dieser sogenannten Häuser bestand aus sechs winzigen Rundhütten, die in einem Kreis angeordnet waren. Aus der Mitte der flach geneigten Dächer lugten die dicken Äste heraus, welche die Dachkonstruktion aus kleinen, aber kräftigen Zweigen trugen. Verbunden waren diese Hütten durch kleine, hellbraune Mauern aus Lehm. Jeder Ausgang solch einer Hüttengruppe war zur Dorfmitte hin ausgerichtet.

Zur windabgewandten Seite des Dorfes, nach Osten, standen der Abort sowie die Waschhütte mit ihren Kalebassenduschen und Waschkübeln. Diese Hütte hatte als Einzige kein Spitzdach und war oben offen. Die warme Sonne und der Wind trockneten die Wände und den Boden nach Gebrauch schnell wieder aus.

In der Mitte des Dorfes stand ein einzelner, alter Mopanebaum. Lilith, ein junges und hübsches Mädchen – gerade einmal fünfzehn Jahre alt, saß in seinem Schatten und sang ein liebliches Lied. Sie spielte dabei auf einer Leier eine schöne Melodie. Ein paar Kinder saßen umher und lauschten ihr mit bewunderten Blicken.

Lilith war nicht ganz einen Meter sechzig groß, besaß eine sportliche Figur und ihre Haut war schwarz wie die Nacht. Ihre ebenfalls schwarzen, ansonsten kringelnden Locken, waren zu dünnen Zöpfen geflochten, die in geraden Strähnen nach hinten frisiert waren. Oberhalb der Stirn begann ein roter, etwa vier Finger breiter Streifen, der über ihren Kopf bis in den Nacken reichte. Ihre Kopfhaut und die Haare waren hier knallrot gewachsen. Über ihren Augenbrauen verlief ein leicht gewundener Bogen von kleinen, senkrechten Schmucknarben. Als ihre Mutter sie vor einigen Monaten eingeritzt hatte, hatte sie ein wenig Asche in die Wunden gestreut, damit die Narben nach dem Verheilen gewölbt aus der Haut hervortraten. Liliths dunkelbraune, gewitzte Augen beobachteten aufmerksam die Kinder, wie diese andächtig ihrer zarten und klaren Stimme lauschten. Die kleinen, verspielt geschwungenen Ohrmuscheln des Mädchens waren rundum eingestochen und trugen viele bunte Metallplättchen und hängenden Schmuck. Eine breite, plattgedrückte Nase dominierte das runde, kindliche Gesicht. Der feine, weiße Schmuckknochenring, den sie von ihrem Vater geschenkt bekommen hatte, zierte den rechten Nasenflügel.

Ihre vollen Lippen waren zart und eben. Sonst ebenfalls von tiefschwarzer Farbe hatte Lilith sie heute ockerbraun gefärbt. Wenn Lilith lachte, was sie gerne und oft tat, entblößte sie zwei makellose Zahnreihen, die so weiß und strahlend waren, dass sie jede Art von Dunkelheit vertrieben. Beim Singen bildeten sich niedliche kleine Grübchen auf ihren Wangen, wie sie das auch taten, wenn sie lächelte. Um ihren schmalen Hals trug sie das Lederbändchen, das sie von ihrem Vater geschenkt bekommen hatte, als sie ihren ersten Fisch gefangen hatte. An ihm baumelte ein elfenbeinweißer, flacher Rundstein, der so glatt und glänzend poliert war, dass Lilith sich in ihm spiegeln konnte.

Lilith war nackt, wie alle Menschen hier. Ihre Brüste waren bereits rund, fest und gleichmäßig ausgebildet. Sie war eine junge Frau, die ihre Geschlechtsreife bereits erreicht hatte. Ihr strammer Bauch war flach und ebenso wie ihre Stirn mit schmückenden Narben verziert. Die Taille war schmal und ihre Hüften nicht zu breit. Lilith hatte sehr kräftige Beine, da sie es gewohnt war, weite Strecken zu Fuß zu gehen. Über ihren beiden Knöcheln hatte sie geflochtene Bänder aus weicher Rinde gebunden. Kleine Steinchen, die an ihnen herabbaumelten, klimperten leise, wenn sie lief. Ihre Füße waren schmal und grazil. Liliths Arme hingegen waren muskulös. Denn als Pflegehelferin bei den Haustier-Chimären für die Cherubim musste sie schwere Futtersäcke tragen, die Ställe putzen und die Tiere waschen. Über Liliths Oberarme verliefen Farbbänder, an denen die Hautfarbe ebenfalls wie bei dem Streifen auf ihrem Kopf knallrot war. Unbekannte schwarze, aber gleichmäßige, dicke Linien schmückten diese roten Bänder. Lilith war schon mit diesen Farben geboren worden und alle Menschen, die sie kannte, trugen solche Farben. Allerdings waren sie nicht bei allen gleich. In ihrem Dorf Tolabe trugen sie Grün, in Masakin, wo ihre Freunde Nyaro und Gorande wohnten, Gelb und in Torongo, wo Adamah und Chawah wohnten, Blau. Es gab aber auch Ausnahmen wie sie, die rote Bänder hatten.

Lilith trug über dem linken Band einen kupfernen Armreif mit Antilopenhaaren und kleinen, farbigen Steinchen, die auf einen feinen Draht gereiht waren. Den anderen Arm zierte ein mehrfach gewundener, spiralförmiger Metalldraht mit ausgefransten Lederbändchen. An beiden Handgelenken trug sie bunte Lederbändchen mit aufgereihten braunen, gelben und roten Schotensamen und etlichen schimmernden Metallplättchen, die leise klingelten, wenn sie gegeneinanderstießen.

Lilith sang ein fröhliches und rhythmisches Lied. Es handelte von Vögeln und Fischen und davon, wie sie den warmen Frühling begrüßten. Sie begleitete sich dabei auf einer armgroßen Leier aus stabilen Zweigen, die sie von ihrem Versprochenen Huku bekommen hatte. Der ovale Korpus bestand aus einem wannenförmig ausgehöhlten Stammstück, in die Huku liebevoll kleine Eulen eingeschnitzt hatte. Dünne Jocharme lugten links und rechts aus kleinen Löchern und trugen den Oberbügel, der die sieben Saiten aus gedrehtem Tiersehnen hielt. Dünne Knöchelchen dienten als Stimmstäbe. Lilith hielt die Leier mit beiden Händen schräg vor sich auf dem Schoß und zupfte beidhändig an den straff gespannten Sehnen. Sie entlockte der Leier harmonische, wunderbare Töne, die zart, weich und leise die Aufmerksamkeit der Zuhörer einforderten.

Ein paar der Kinder tanzten. Sie waren ebenso nackt wie Lilith. Sie trugen ebenso wie sie Schmuckstücke. Allerdings besaßen sie noch keine Schmucknarben. Die anderen Kinder lauschten schweigend. Sie schienen sich die Tiere vorzustellen, die Lilith beschrieb. Alle waren sie fasziniert von der Musik und der Melodie.

Als Lilith endete, klatschen die Kinder gegen ihre Brüste.

„Lied schön. Ich kennen nicht“, sagte Kaduma, ein kleiner Junge, der vorne saß.

„Ich machen selber. Morgen heute“, antwortet Lilith.

„Schön. Mir gefallen“, erwiderte der Junge. Andere Kinder stimmten ihm zu.

Lilith blickte kurz zur Sonne, die schon nah über dem Horizont stand. Bald würden die anderen von der Arbeit kommen. Dann könnte Lilith auch endlich wieder ihren Huku in die Arme schließen. Und er sie in die Seine. Doch bevor Lilith sich diesen Gedanken weiter ausmalen konnte, unterbrach sie ein quietschender Schrei. Ein Junge hatte einem vor ihm sitzenden Mädchen an den Haaren gezogen. Wahrscheinlich, um seinen Freunden zu imponieren, die jetzt vor Schadenfreude lachten.

„Ich haben gesehen“, rief Lilith. „Ihr lassen das! Das sein böse.“

Die Kinder verzogen schmollend ihre Gesichter, doch als Lilith wieder wegsah, fingen sie wieder an zu feixen. Lilith kümmerte sich nicht weiter darum. Sie kannte ihre Pappenheimer. Morgen würde sie sich etwas für sie einfallen lassen. Aber für heute war der Tag vorbei.

„Aufstehen alle“, befahl Lilith, „Gehen heim!“

Artig standen die Kinder auf. Ein paar murrten. Sie wollte noch ein Lied von Lilith hören. Doch dann löste sich die kleine Gruppe von Kindern auf. Die einen gingen in Richtung ihrer Heimhäuser, andere wurden von ihren Müttern abgeholt. Lilith sah, dass der Melonenbauch von Hana ziemlich spannte. Sie war kurz davor, wieder ein Baby zu bekommen. Andere Mütter trugen ihre Babys auf den Armen. Alle trugen sie Ketten, Ringe und Schmucknarben. Selbst die Kleinkinder waren mit bunten Kettchen um Hals und Hüften geschmückt. Lilith redete mit den Frauen noch über das Frühjahrsfest. Nebenher scherzte sie mit den Babys. Sie wusste, dass sie nach der Vereinigungszeremonie mit Huku bald selbst Kinder haben würde. Und sie freute sich unendlich darauf.

Einige der Frauen trugen auch gemusterte und bunt verzierte Körbe auf ihren Köpfen. Andere balancierten bauchige Kalebasse-Melonen als Traggefäße. Sie behalfen sich dabei mit Holzringen, die mit Stoffbändern umwickelt waren. Sie trugen die Sorghumhirse nach Hause, die sie zu Brei oder Fladen verarbeiten würden. Für die Männer wurde die Hirse auch zu dem herb schmeckenden Merisa gegärt, die sie abends und auf Festen tranken.

Nach einer kleinen Weile verabschiedete sich Lilith von den anderen, um nach Hause zu gehen.

Ein papageiähnliches Wesen, das bisher auf einem Ast in der Baumkrone gesessen hatte, flatterte zu Lilith hinüber und landete sicher auf ihrer rechten Schulter. Er war nicht ganz zwei Handlängen groß. Seine Schwanz- und Flügelfedern waren schwarz mit einem kräftigen dunkelgrünen Federsaum. Die Bauchfedern hingegen waren flaumig und in einem hellen, strahlenden Grün. Die Stirn leuchtete - wie auch seine Flügelränder und die kurzen Beinchen – in einem satten Orange wie bei einem Sonnenaufgang. Unter dieser Stirn blickte ein kleines, kindliches Gesicht in die Welt. Das sanfte Lindgrün seiner glatten Gesichtshaut wechselte auf den kleinen Pausbäckchen in ein intensives Tannengrün. Die riesigen, runden Augen waren aus einem tiefen Dunkelgrün und wirkten wie zwei schwarze Löcher. Anstelle einer Nase besaß dieses Tier das Oberteil eines kurzen, gebogenen Schnabels. Geschwungene, olivgrüne Lippen bildeten den kleinen, schmalen Mund darunter. Seine hornigen Füßchen waren dunkelgrau.

„Das war ein schönes Lied“, sagte das Wesen mit seiner kindlich wirkenden Stimme und summte den Refrain nach.

„Dir gefallen, Tanet. Gut“, antwortete Lilith.

Sie hatte den Papageien in der Lernzeit ihrer Arbeit zur Pflege bekommen, als er sich einen Flügel gebrochen hatte. Sie hatte sich liebevoll um ihn gekümmert und seitdem war er immer an ihrer Seite. Lilith liebte diesen Vogel und sie bewunderte ihn auch ein bisschen dafür, dass er die Sprache der großen Herrscher besser sprechen konnte als sie selbst. Doch sie störte sich nicht weiter daran.

Auf dem Heimweg sang Lilith noch einmal mit Tanet zusammen ihr neues Lied. Sie hüpfte und drehte sich im Takt der Melodie, sodass Tanet leichte Schwierigkeiten hatte, auf ihrer Schulter zu bleiben. Ab und an flatterte er mit seinen Flügeln, um nicht herunterzufallen. Die Menschen, die Lilith dabei sahen, lachten und riefen ihr Worte des Lobes zu. Lilith winkte strahlend zurück.

Dabei dachte sie an ihren Versprochenen Huku, den sie bald wieder in ihren Armen halten konnte. Sie musste sich beeilen, wenn sie sich noch für ihn hübsch machen wollte.

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Die Chimäre ist ein Mischwesen der griechischen Mythologie.

Davon ausgehend wurde dieser Begriff später auf alle Mischwesen ausgedehnt.

Schwabendoomsday

SchwabendoomsdaySchwabendoomsday ist der Tag, an dem Stuttgart zerstört wird, um aus Deutschland wieder eine Monarchie zu machen.

Schwabendoomsday – Teil 1: Terrorziel Stuttgart ist ein reinrassiger Katastrophenthriller. Der Anschlag auf das Schwäbische Herz setzt eine Kausalkette in Gang, an deren Ende sich Maximilian die Kaiserkrone aufsetzen kann.

Schwabendoomsday – Teil 2: Terrorziel Freiheit ist ein utopischer Staatsroman. Maximilian ist Kaiser und herrscht mit eiserner Faust. Wie reagieren die Menschen in einer neuen Monarchie? Wie entwickelt sich eine Gesellschaft ohne Freiheit? Kann es eine Rückkehr zur Demokratie geben?

Lesen Sie, wie Deutschland ohne Freiheit aussehen könnte.

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Thot - Spuren aus SteinIn ferner Vergangenheit:
Nibiru, die Heimatwelt der Götter, wurde von einer gewaltigen Katastrophe bedroht. Darum musste die Zivilisation der Neteru fliehen.

Sie hinterließen uns ihre Spuren aus Stein in der Hoffnung, dass wir uns an sie erinnern...

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Ein Forscherteam findet nahe Luxor erste Hinweise. Sie folgen den uralten Spuren der Himmelmenschen und erfahren, was seit Jahrtausenden vergessen war.

Spuren aus Stein - Bilder von Gizeh

Spuren aus Stein - Bilder von Gizeh

Dieser Bildband ist eine Ergänzung zum Datenblatt "Spuren aus Stein - die Geheimnisse" und meinem Roman "Thot - Spuren aus Stein".

Die Fotos sollen dem Betrachter einen Eindruck über die Monumente von Gizeh vermitteln. Die Bilder der gigantischen Felsblöcke sollen zeigen, welcher Aufwand betrieben wurde. Die Bilder der Verwitterungen sollen das unvorstellbare Alter bezeugen.

Hier sollen Sie die Pyramiden, den Sphinx und die Tempel nicht als Tourist betrachten. Schauen Sie genau hin! Die Fragen kommen von allein.