Die Pyramiden von Gizeh sind Spuren aus Stein

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Lilith - Baum des Lebens
Leseprobe Teil 4
© Sven Schmidt, alle Rechte vorbehalten

Huku und Lilith rannten den festgetrampelten Fußpfad nach Masakin entlang, gefolgt von ihrem gefiederten Freund Tanet. Das Dorf lag nur wenige hundert Meter von Tolabe entfernt, war aber wegen den Mopanebäumen nicht direkt zu sehen. Auf halbem Weg erreichten sie eine kleine Lichtung. Ein leises Summen schreckte Lilith aus ihren Gedanken. Das junge Mädchen schaute auf. Sie sah eines von diesen komischen, langen Pflanzen, die überall in der Gegend herumstanden. Diese Pflanzen waren größer als alle Bäume, die Lilith kannte, besaßen aber nur einen recht dünnen, silbergrauen Stamm ohne irgendwelche Äste oder Zweigen. Oben auf dem Stamm wuchs nur eine einzelne, kopfgroße, eckige Frucht, die an einer Seite aus festem, schwarzen Wasser bestand. Diese Frucht summte wie ein Bienenschwarm, wenn sie sich bewegte. Lilith fragte sich immer wieder, wie sich diese Frucht bewegen konnte, auch wenn überhaupt kein Wind ging. Sie verstand es nicht.

Lilith war einmal auf eines dieser Pflanzen gestiegen und hatte versucht, die Frucht zu pflücken. Sie wollte wissen, wie sie schmeckte. Doch nachdem sie auf die Frucht eingeschlagen und an ihr heftig gerüttelt hatte, musste sie erkennen, dass sich diese Frucht nicht pflücken ließ. Sie hatte die Frucht zwar vom Stamm lösen können, aber eine kräftige, schwarze Wurzel hatte sie weiterhin festgehalten. Lilith konnte diese Wurzel nicht durchbeißen. Und kurz darauf waren Cherubim erschienen, die sie von der Pflanze herunter geholt hatten. Jedoch nicht, bevor Lilith noch an der Frucht lecken konnte. Lilith war enttäuscht gewesen von dem kalten Geschmack. Die Frucht schmeckte so glatt und nach Luft wie ein glatter Stein aus dem Fluss.

Lilith und Huku durchquerten die Lichtung und liefen weiter nach Masakin. Nach kurzer Zeit erreichten sie ihr Ziel. Lilith bekam ein ungutes Gefühl, als sie die ersten Hütten durch den sich lichtenden Wald der Mopanebäume hindurch erkannte. Sie vermisste das Lachen von spielenden Kindern. Sie sah nicht die Rauchfahnen der Feuerstellen, über denen für gewöhnlich das Abendessen gekocht wurde. Alles war still und leblos. Lilith hatte plötzlich das Gefühl, etwas Verbotenes zu tun. Aber das war natürlich Unsinn. Sie wollte nur ihre Freunde sehen. Die dichte Wolkendecke am Himmel stahl allen Farben die Kraft und verstärkte so Liliths Besorgnis.

Lilith beschleunigte ihren Schritt. Huku blieb ihr dicht auf den Fersen und Tanet flatterte ungeduldig zwischen den Baumkronen voraus. Sie ließen die letzten Bäume zurück und konnten nun das ganze Dorf Masakin überblicken. Überrascht blieben sie stehen. Lilith fröstelte. Sie spürte eine unbekannte Furcht in sich aufsteigen.

Die Häuser standen genauso wie in Tolabe in vier Reihen und bildeten insgesamt ein Viereck. Die Waschhütte und der Abort, die sich schon wenige Schritte von Lilith befanden, waren wie in ihrem Heimatdorf nach Osten ausgerichtet. Der Westwind konnte so die unangenehmen Gerüche vom Dorf wegtragen.

Lilith bot sich ein Bild, das sie nicht verstand und sie erschaudern ließ. An den Hütten standen geflochtene Körbe und kleine Handkarren genau dort, wo man sie nach dem Gebrauch ganz normal abstellte. Allerdings sah Lilith auch umgestürzte Karren auf den Straßen liegen. Auch ein paar Körbe waren umgeworfen und schienen zertreten worden zu sein. Dazwischen andere Gebrauchsgegenstände. Hier und da liefen gackernde Hühner umher. Lilith sah auch einige Ziegen, die nach Futter suchten. Doch nirgendwo ein Mensch. Alles war verlassen.

Liliths Angst fraß sich in ihre Gedanken. Ein Schauer lief ihr über den Rücken. Was war hier passiert? Wo waren ihre Freunde? Im Geiste sah sie die Menschen vor einer großen Gefahr davonrennen.

„Gehen wir Fluss“, forderte Huku sie auf. Lilith sah ihn an und erkannte, dass er ebenfalls große Angst hatte. Im ersten Moment wollte sie nachgeben. Sollten sich doch die Cherubim und Seraphim darum kümmern. Wenn irgendein Unglück passiert war, waren sie immer zu Stelle, um zu helfen. Lilith sah wieder zum Dorf. ‚Richtig’, dachte sie sich, ‚wo Seraphim sein?’

Warum war überhaupt niemand hier? Lilith wurde neugierig. Wo waren sie alle? Sie überlegte kurz und die Sorge über ihre Freunde überwog. Sie überwand ihre Angst und ging zögernd weiter.

„Lilith!“ flüstertet Huku eindringlich, „Hier bleiben! Böser Dämon alle fressen. Nicht gehen!“

Lilith blickte zu ihm zurück und gab ihm einen Wink, mit ihr mit zu kommen. Doch Huku blieb stehen und schüttelte ängstlich mit dem Kopf.

„Gehen Fluss“, wiederholte er.

Lilith war klar, dass ihr Freund so schnell wie möglich von hier weg wollte. Doch sie dachte an Nyaro und alle anderen, die hier lebten. Was war aus ihnen geworden? Sie musste sich vergewissern, dass es ihnen gut ging.

Lilith ging langsam weiter zur ersten Hütte. Huku rief noch ein paar Mal flüsternd ihren Namen und verstummte dann. Tanet kam aus einer Baumkrone geflogen und flog über Lilith hinweg. Er setzte sich dann auf ein Schild, das an einer langen, silbergrauen Stange angebracht war und auf dem etliche Linien und Muster aufgemalt waren. Lilith wusste nicht, was sie zu bedeuten hatten. Doch sie wusste, dass sie für die Cherubim wichtig waren. Vor jedem der sechs Dörfer, die Lilith kannte, standen solche großen Schilder. Doch waren auf jedem dieser Schilder unterschiedliche Zeichen zu sehen, wenngleich sich einige auch ähnlich waren.

„Lass uns zum Fluss gehen“, forderte nun auch Tanet, „es ist unheimlich.“

„Such andere!“, befahl Lilith und zeigte ins Dorf.

Tanet legte seinen Kopf schräg, als ob er nachdenken müsse. Dann schüttelte er den Kopf so, wie er es bei den Menschen abgeschaut hatte. „Meine linke Schwanzfeder sagt aber, dass wir zum Fluss sollten.“

„Ich Schwanzfeder rupfen. Flieg!“

Tanet krächzte einen missmutigen Ton, flog dann aber los. Lilith schaute ihm nach, bis er hinter den ersten Gebäuden verschwunden war. Möglichst leise folgte sie ihm langsam ins Dorf. Ihre Sinne waren bis aufs Äußerste angespannt. Sie schaute in alle Richtungen und achtete auf jedes kleinste Geräusch. Doch außer den leisen Hufschritten der Ziegen und dem Gegackere der Hühner hörte sie nichts. Lilith konnte sich nicht vorstellen, was hier passiert war. Doch sie spürte eine unnatürliche Angst, dass auch sie plötzlich verschwinden konnte. Sie fröstelte wieder. Der Frühling war noch jung und schiefergraue Wolken hatten den ganzen Tag über die Sonne verdeckt. Jetzt war es kühl. Lilith dachte an das wärmende Feuer, das daheim auf sie wartete, und wünschte sich in die Geborgenheit ihrer Hütte zurück.

Doch sie ging mutig weiter. Sie musste wissen, wo ihre Freunde waren.

Lilith erreichte das erste Haus. Es bestand aus sechs im Kreis stehenden und mit Mauern verbundenen Rundhäusern. Fast so wie das Haus, in dem Lilith selbst mit ihrer ganzen Familie lebte.

Ein plötzliches Summen schreckte sie auf und Lilith zuckte kurz zusammen. Lilith atmete tief durch. Sie brauchte nicht nachzuschauen, woher das Geräusch gekommen war. Jetzt hatte sie sich doch glatt von einer Summpflanze erschrecken lassen. Sie begann, leise eine Melodie zu summen. Die Töne überdeckten die unheimliche Stille an diesem Ort. Lilith beruhigte sich etwas.

Sie erreichte den Eingang des ersten Hauses und trat durch die niedrige Öffnung in der etwa zwei Meter hohen Mauer. Dann stand sie im Innenhof, der einen Durchmesser von etwa sieben Metern hatte. In seiner Mitte befand sich die Feuerstelle und Lilith erkannte an der weißgrauen Asche, dass sie schon lange erkaltet war. Um die Feuerstelle herum war der hellbraune Boden glatt und sauber. Hier saßen und lagen normalerweise die Bewohner und erzählten sich die Geschichten vom Tage. Daneben lagen einige getrocknete Zweige und Äste, die man ins Feuer nachlegen konnte.

„Hier jemand sein?“, rief Lilith.

Sie erhielt keine Antwort.

Ihr war unheimlich zumute. Jede Faser in ihr schrie danach, wegzulaufen. Doch sie wollte herausfinden, was ihren Freunden hier passiert war.

Tanet kam herbeigeflattert und setzte sich auf den Rand eines Daches. Neugierig blickte er in den Innenhof zu ihr hinunter.

„Hier ist niemand,“ informierte er Lilith mit seiner dünnen Stimme, „wir sollten woanders suchen.“

Lilith nickte ihm zu und sah sich um. Die zwei bis vier Meter durchmessenden Rundhütten dieses Hauses waren alle um die drei bis vier Meter hoch. Ihre Wände hatten einen hellbraunen Grundton und unterhalb des Daches verliefen verschiedene Linienmuster aus ocker- und rotbrauner Farbe. Auf stabilen Ästen, die in Kopfhöhe aus den Mauern lugten, standen dicke Kalebassekrüge, die mit gewundenen weißen Linien und weißen Fingerpunkten verziert waren. Diese Krüge waren aus den ausgehöhlten und getrockneten Hüllen der Flaschenkürbisse hergestellt worden.

Lilith ging zur ersten Rundhütte rechts von ihr und blickte durch die ein bis zwei Meter durchmessende Öffnung, die sich kniehoch über dem Boden befand. Der Innenraum lag im Dunkeln. Doch Lilith konnte genug erkennen. Es war die Wohnhütte, in dem sich die Familie bei schlechtem Wetter aufhielt. In der Mitte ragte ein armdicker Stamm hoch, der das Dach trug. Der Raum war groß genug, dass man darin stehen konnte. Auf dem geglätteten Steinboden lagen geflochtene Rietmatten. Die Wände waren glatt poliert. Genaus so, wie Lilith es von daheim kannte. Es erinnerte sie daran, wie ihre Familie vor etlichen Monden ihre eigene Wohnhütte verschönert hatte, indem sie silbrig schimmernde Steine zerkleinerten und auf die Lehmwände gerieben hatten. Tagelang hatten sie die graphithaltige Erde mit dem Daumenballen geglättet, bis die Wände wunderschön glänzten. Sie konnte sich noch daran erinnern, wie stolz ihre Eltern gewesen waren und dass sie zur Feier des Tages eine Ziege geschlachtet hatten. Das hatte Lilith so traurig gemacht, dass sie danach nur noch geweint hatte.

Sie war damals noch ein Kind, sagte sie sich und konzentrierte sich wieder auf den Wohnraum. Alles sah so normal und aufgeräumt aus.

Unterhalb der Decke war die silbrige Wand mit runden und eckigen Mustern und Punktmustern verziert. Darunter ragten Äste heraus, auf denen Kalebassetrommel, Anschlagrasseln aus kleinen Zweigen und Musikbögen abgelegt waren. An anderen Ästen hingen Schmuckketten aus roten und braunen Steinen, Lederbändchen und Kettchen aus kalkweißen Zähnen.

So kannte Lilith es auch von zu Hause. Sie fand jedoch keinen Hinweis darauf, was aus den Bewohnern geworden war.

Sie ging zum nächsten Rundhaus. Es war die Kochhütte, die bei Regen genutzt wurde. Lilith sah die Feuerstelle, die sauber ausgefegt war. An den Wänden hingen Kalebassetöpfe, Krüge, schwarz glänzende Steinmesser, Holzspieße und getrocknetes Fleisch. Auf dem Boden lagen Kalebassen mit verschiedenen Früchten. So ähnlich sah es auch in ihrer eigenen Kochhütte aus, fiel Lilith auf. Alles ordentlich und sauber.

Die nächste Hütte war die Schlafhütte für die Eltern und die Kinder. Der Eingang befand sich hier auf Bauchhöhe und war gerade einmal breit genug, dass ein normaler Erwachsener hindurchklettern konnte. Lilith wunderte sich, dass er offen war. Normalerweise wurde der Eingang mit Stroh und Steinen verschlossen, damit die Hütte in der Hitze des Tages schön kühl blieb. Lilith lugte durch die enge Öffnung. In dem spärlichen Licht sah sie auch hier nichts Ungewöhnliches. Vielleicht lagen die geflochtenen, hellbraunen Liegematten nicht so ordentlich herum wie bei ihr daheim. Aber Lilith dachte sich nichts weiter dabei.

Die nächste Hütte war die Vorratskammer. Lilith sah, dass hier der enge Eingang verschlossen war, und beließ es dabei. Sie glaubte nicht, dass sie hier etwas finden würde.

In der fünften Rundhütte, in dem die Eltern der Eltern schliefen, fand Lilith ebenfalls nichts Auffallendes. Nur dass auch hier die Liegematten etwas verschoben waren. Lilith wunderte sich langsam darüber, dass es auch hier so ähnlich aussah, wie bei ihr Daheim.

Die letzte Rundhütte war der Stall. Lilith sah mit einem kurzen Blick, dass er leer war. Die Tiere waren ausgebrochen. Vermutlich um Futter zu suchen.

Tanet, der geduldig auf dem Dachrand der Wohnhütte gewartet hatte, fragte hinunter: „Hast du etwas gefunden?“

Lilith zögerte. Was sollte sie sagen? Haus wie mein Haus aussehen? Welche Hilfe war das denn?

„Schwanzfeder fragen. Alles wissen besser.“

Lilith verließ die Hüttengruppe. Tanet flog hinterher.

„Die linke Schwanzfeder“, korrigierte er. „Die Rechte ist genauso einfallslos wie du.“

Lilith ging zügig zum nächsten Haus.

„Ich die linke Schwanzfeder nehmen und machen Halskette. Dein Schwanz dann geben Ruhe.“

Tanet pfiff empört. „Und ich müsste dann immer zu dir fliegen, um deine Halskette um Rat zu fragen.“

„Ich sein endlich klüger als du“, entgegnete Lilith lachend.

„Die Halskette.“

„Ich.“

„Die Halskette.“

Lilith grunzte verärgert. Damit war für sie das Thema beendet. Auf der einen Seite mag sie es nicht, wenn Tanet so überlegen tat, aber auf der anderen Seite hoffte sie, sie könne von Tanet lernen, ebenfalls so zu reden. Es war die Sprache der Neteru. Und die standen noch über den Seraphin. Lilith wollte irgendwann so sein, wie die großen Herrscher.

Sie kam am zweiten Gebäude an und ging hinein. Sie blickte in die Hütten und sah, dass auch hier alles tadellos war. Ihr fielen wieder die Ähnlichkeiten mit ihrem eigenen Zuhause auf. Diese Ähnlichkeit der beiden Dörfer war ihr unheimlich und steigerte ihre Angst ins Unermessliche. Lilith war das zuvor noch nie aufgefallen. Immer hatte sie die Menschen gesehen, die dort gearbeitet und gelebt hatten. Sie hatte mit ihnen gesprochen, hatte mit ihren Freunden Spaß gehabt. Immer war etwas los gewesen. Dass die Wohnhütten identisch aussahen, hatte Lilith nie gemerkt. Sie erkannte es erst jetzt, wo alle Bewohner verschwunden waren. Und sie stellte sich die anderen Dörfer in der Umgebung vor, wo ebenfalls Freunde von ihr lebten: Tadoro, Qisar, Tamuri und Torongo. Lilith begriff, dass sie alle so aussahen wie dieses Dorf oder ihr Heimatdorf Tolabe. Was hatte das zu bedeuten?

Panisch rannte sie auf die Straße zurück. Gehetzt blickte sie in alle Richtungen. Sie drehte sich um ihre Achse und schaute die staubigen Straßen hinauf und hinunter. Wie in ihrem Dorf! Diese Erkenntnis traf sie wie ein Schlag. Die Wohnhütten waren in vier Viererreihen angeordnet. Der Abort und die Duschhütte: im Osten. Wie in ihrem Dorf! Alles sah so gleich aus.

Sie rannte in eine Seitenstraße zu einer Hütte, die in Tolabe ihrer Elternhütte entsprach. Tanet flatterte ihr hinterher. Lilith zögerte kurz, bevor sie das Haus betrat. Kein Mensch war hier. Lilith erkannte, dass es fast genauso aussah wie bei ihr Zuhause. Die Muster an den Wänden waren eckig und kantig, statt rund und gewunden. Die Feuerstelle befand sich hier wie daheim in der Mitte des Hofraums, die Äste und Zweige zum Nachlegen, die Kalebassen an den Mauerästen. Rechts die Wohnhütte, gegenüber die Schlafhütte. Alles genau so wie Daheim.

Lilith wurde schwindelig. Sie verstand das nicht. Würde ihre Familie jetzt hier sein, würde sie sagen, sie wäre zu Hause. Langsam taumelte sie wieder hinaus. Sie setzte sich neben die Tür auf den Boden und lehnte sich gegen die Hauswand. Ungläubig ließ sie ihren Blick über die Häuser schweifen. Ohne die fehlenden Menschen wäre ihr das wohl nie aufgefallen. Ihre Anwesenheit hatte sie immer abgelenkt. Nun waren sie verschwunden. Nur die Hühner und Ziegen liefen durch die Straßen. Und die Summpflanze summte. Lilith fiel auf, dass auch diese Pflanze genau dort stand, wo sie in Tolabe ebenfalls war.

Tanet landete neben ihr auf dem Boden.

„Wir sollten zurück gehen. Huku wartet auf uns.“

Lilith antwortete nicht. Sie hatte etwas entdeckt. Sie stand auf und lief zur Dorfmitte. Tanet flatterte hinterher. Dort angekommen starrte Lilith auf den Boden. Überall waren Fußspuren – wild durcheinander. Lilith erkannte Spuren von barfüßigen Menschen und Cherubim, aber auch die großen Spuren der Seraphim, die ihre Füße in eine zweite, lederne Haut steckten. Das war ungewöhnlich. Was hatten die Wächter hier zu tun gehabt?

Doch das war es nicht, was Lilith aus der Entfernung gesehen hatte. Sie betrachtete die breiten Radspuren der großen Kastenkutschen. Lilith kannte diese besonderen Kutschen. Sie hatte sie schon oft bei den Ställen gesehen. Damit wurden immer die toten Tiere abtransportiert. Ihre Spuren waren deshalb so besonders, weil sich noch schlangenförmige Linien in ihnen befanden. Die Spuren der Kutschen, mit denen Lilith normalerweise fuhr, waren nur schmale Striche im Boden. Die Kastenkutschen hatten breite Räder.

Lilith stand vor diesen Spuren und grübelte. Sie konnte sich nicht erinnern, dass eine Kastenkutsche jemals in ihr Dorf gefahren war. Sie hatte solch eine Kutsche auch nie in der Nähe eines der anderen Dörfer gesehen. Warum auch? Dort gab es keine toten Tiere, die wegtransportiert werden mussten. Oder aber …

Lilith dachte diesen entsetzlichen Gedanken nicht zu Ende. Das konnte unmöglich sein. In ihrem Kopf entstanden Bilder, die ihr eine schreckliche Angst einjagten. Eine ungekannte Panik ergriff Lilith und sie stürmte los. Weg von diesen Spuren. Raus aus dem leeren Dorf mit den immergleichen Hütten. Diese verfluchte Stille hinter sich lassend.

Ein böser Dämon hatte hier gewütet und hatte die Freunde entführt. Dessen war sie sich nun ganz sicher. Und wenn sie nicht schnell genug rannte, würde er kommen und auch sie schnappen.

Infobox2

Lilith

Lilith war eine Göttin der sumerischen Mythologie.

Sie ist ein weiblicher Dämon, die zum Zeitpunkt der Schöpfung durch ihren negativen Einfluss in die Steppe verbannt wurde und fortan als ruhelos und ohne festen Wohnort gilt.

Die Figur der Lilith wurde in verschiedenen Kulturen und zu verschiedenen Zeiten unterschiedlich benutzt.

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SchwabendoomsdaySchwabendoomsday ist der Tag, an dem Stuttgart zerstört wird, um aus Deutschland wieder eine Monarchie zu machen.

Schwabendoomsday – Teil 1: Terrorziel Stuttgart ist ein reinrassiger Katastrophenthriller. Der Anschlag auf das Schwäbische Herz setzt eine Kausalkette in Gang, an deren Ende sich Maximilian die Kaiserkrone aufsetzen kann.

Schwabendoomsday – Teil 2: Terrorziel Freiheit ist ein utopischer Staatsroman. Maximilian ist Kaiser und herrscht mit eiserner Faust. Wie reagieren die Menschen in einer neuen Monarchie? Wie entwickelt sich eine Gesellschaft ohne Freiheit? Kann es eine Rückkehr zur Demokratie geben?

Lesen Sie, wie Deutschland ohne Freiheit aussehen könnte.

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Spuren aus Stein - Bilder von Gizeh

Spuren aus Stein - Bilder von Gizeh

Dieser Bildband ist eine Ergänzung zum Datenblatt "Spuren aus Stein - die Geheimnisse" und meinem Roman "Thot - Spuren aus Stein".

Die Fotos sollen dem Betrachter einen Eindruck über die Monumente von Gizeh vermitteln. Die Bilder der gigantischen Felsblöcke sollen zeigen, welcher Aufwand betrieben wurde. Die Bilder der Verwitterungen sollen das unvorstellbare Alter bezeugen.

Hier sollen Sie die Pyramiden, den Sphinx und die Tempel nicht als Tourist betrachten. Schauen Sie genau hin! Die Fragen kommen von allein.