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Die Kurzgeschichte 'A Ghost In The Dark' gibt es kostenlos zum Download:

A Ghost In The Dark
© Sven Schmidt, alle Rechte vorbehalten

Der Pirat an der Bar lachte lauthals. Seine blonden Haare waren nach hinten gekämmt. Er sah gut aus, die Haut gesund und er führte einen Wohlstandsbauch vor sich her. Auch trug er einen teuren, dunkelbraunen Ledermantel, den er über einen teuren dreiteiligen Anzug gelegt hatte. Es waren nur Markenartikel. Auf seinen Schultern lagen schwere Edelmetallketten, in denen protzige Edelsteine eingelassen waren. Unter diesem teuren Schmuck trug der Edelpirat einen breiten Kreuzgurt, der wiederum die breite Lederkoppel um seine Hüften hielt. An Gurt und Koppel befanden sich genügend Mini-MGs und Energiewaffen samt Ersatzmagazinen, sodass niemand hier auf die Idee kommen könnte, ihn zu berauben. Seine beiden Begleiter an der Bar waren ähnlich reich bekleidet und mindestens genauso gut bewaffnet.

Hier in dieser engen, überfüllten Spelunke waren sie die Einzigen, die ihren Reichtum so zur Schau stellten. Die anderen Piraten, die an den zerkratzten und fleckigen Tischen saßen, waren von der Sorte, die von diesem Reichtum nur träumten. Doch ihre Träume waren nur genauso greifbar wie der kalte Stimsrauch, der unter der ergrauten Decke hing.

An der Wand gegenüber der Bar waren Schnüre gespannt, auf denen lange, animalische Zähne aufgereiht waren. Die ganze Wand war mit ihnen bedeckt. Es waren Reißzähne von Vanduuls, die man aus ihren Unterkiefern herausgebrochen hatte. Es hatte einen guten Grund, warum diese Piratenbar ‚Zum Zahnarzt’ hieß.

Akio Limbada Shaba saß an einem kleinen Tisch in einer unbeleuchteten Ecke und beobachtete aufmerksam die drei lachenden Halunken. Seine Augen waren dunkelbraun, aber das von feinen, schwarzen Äderchen durchzogene Weiße verriet, dass er schon mit der Witwe tanzte. Das war die gängige Umschreibung für die WiDoW-Sucht, die in der ganzen UEE verstanden wurde.

Die schwarzen Haare, die schon eine starke Tendenz zu Grau hatten, hingen speckig und ungepflegt an seinem hageren Gesicht herab. Tiefe Sorgenfalten im kreidebleichen Gesicht, das von schwarzen Linien durchzogen war, ließen den 28-jährigen Mann wie Mitte Vierzig aussehen. Spröde, farblose Lippen verbargen vergilbte Zähne mit schwarzen Rändern. Das einzig schöne an Akios Gesicht war seine gerade und elegante Nase. Sie hatte etwas Griechisches.

Dieses abstoßende Äußere verhinderte mit ziemlicher Sicherheit, dass er von den Piraten hier belästigt wurde. Denn er trug eine verdreckte, dunkelblaue Uniform der UEE. Noch mit Namensplakettchen und den Rangabzeichen eines Commanders. Er trug sogar seine Dogtags offen über der Uniform. Hätte Akio nur ein bisschen besser ausgesehen, wäre er nur tot in diese Kaschemme gelangt.

Die von schwarzen Adern durchzogene Hand des ehemaligen UEE-Piloten hielt ein nur ungenügsam gesäubertes Glas mit Wasser, das vor ihm auf dem Tisch stand. Die Ärmel der Uniform waren bis zu den Ellbogen aufgekrempelt. Auf dem rechten Unterarm prangte das Tattoo einer auf dem Kopf stehenden Ghost, das von einer grauen Aura umrahmt wurde. Darunter das Motto seiner alten Einheit: „Schatten der Nacht“.

Akio ließ die drei Piraten an der Bar nicht eine Sekunde lang aus den Augen. Trotz dieser für ihn eigentlich tödlichen Umgebung spürte er Gelassenheit und Erleichterung. Er hatte vorhin seinen WiDoW-Vorrat bei einem Dealer aufgestockt und sich auch gleich ein Tänzchen gegönnt. Das euphorische Glücksgefühl, das ihm die Droge geschenkt hatte, klang allerdings schon wieder ab. Doch Akio war froh, dass er momentan keine hässlichen Entzugserscheinungen hatte. Das hier war wichtig. Er durfte keinen Fehler machen.

Während Akio die Piraten beobachtete, wuchs in ihm die intensive Anspannung des Jägers, der seine Beute belauerte. Er fühlte die heimliche Angst des Versagens. Aber auch die freudige Aufgeregtheit auf den kommenden Triumph. Er spürte ein leichtes Stechen in der Magengegend. Er verspannte wieder zu sehr. Mit offenen Augen kehrte er in sich, zog sich zu einem Ort zurück, der nur in seiner Phantasie existierte und an dem er sich beruhigen konnte. Akio entspannte sich und der stechende Schmerz verwand.

Das Gesicht seiner Schwester Ling tauchte vor seinem inneren Auge auf. Ein kleines Baby von gerade einmal zwei Jahren. Akio hatte sie nie im Arm gehalten. Er hatte nur Fotos von ihr, die ihm seine Eltern geschickt hatten. Doch sie waren jetzt alle tot. Vor drei Jahren von der Bestie getötet, die er seitdem jagte: der CleaverReaper.

Akio zwang sich dazu, sich wieder auf seine Umgebung zu konzentrieren. Er durfte sich nicht ablenken lassen. Seine drei Ziele standen immer noch an der Bar und tranken teuren Single Malt. Als original schottischer Whiskey angepriesen, dürfte es sich in dieser Absteige doch eher um eine zusammengepanschte Kopie handeln.

Der Jäger dachte an das beachtliche Kopfgeld, das auf diese Verbrecher hier ausgesetzt war. Rotten Bone, der dickliche Blonde, war die Nummer Zwei eines sehr erfolgreichen Piratenpacks aus dieser Gegend. Entsprechend sechsstellig sah die Prämie für ihn aus.

Akio interessierte sich jedoch mehr für dessen Boss Shining Eye. Denn dieser war auf der Jagdliste der Kopfgeldjägergilde die Nummer Zwei und besaß einen riesigen Einfluss in diesem Quadranten. Blondie hingegen war nur Mittel zum Zweck.

Der Ghostpilot nippte an seinem Wasser und holte einen kleinen Datenstick aus seiner Brusttasche. Der kleine Datenträger verschwand in seiner Faust. Auf ihm befand sich eine fingierte Korrespondenz zwischen Blondie und einem bekannten Infoagenten. Es machte den Anschein, als ob der Hehler eine ganz wichtige Nachricht zu verkaufen hatte. Er war offensichtlich bereit, sich mit Rotten Bone zu treffen. Allerdings sollte er allein zum Treffpunkt kommen. Ansonsten würde er nicht auftauchen.

Akio musste diesen Stick jetzt nur in Blondies Tasche bekommen.

Der Jäger stand auf. Er ging an voll besetzten Tischen vorbei. Die Piraten ignorierten ihn, nachdem sie erkannt hatten, dass er ein Witwentänzer war. Akio ignorierte sie ebenfalls. Er war nur auf sein Ziel fixiert. Die linke Manteltasche von Rotten Bone war leicht geöffnet. Perfekt, um den Stick unbemerkt hineingleiten zu lassen. Akio näherte sich von hinten. Die Nummer Zwei des Piratenpacks schien ihn nicht zu bemerken. Er leerte ein weiteres Glas in einem Zug.

‚Gut’, dachte sich Akio, ‚Das macht ihn unaufmerksam.’

Wenige Schritte noch, dann würde er ihm den Stick im Vorbeigehen in die Tasche stecken. Doch gerade in dem Moment, als der Datenträger aus seiner Hand glitt, drehte sich der Pirat um. Auge in Auge standen sie sich gegenüber.

Akio war perplex. Hatte er etwas gemerkt? Konnte er wirklich so schnell reagiert haben? Seine Rechte näherte sich langsam seinem Strahler.

„Was glotzt du so?“, rief der Pirat lallend.
„Ich will in eurem Rudel mitfliegen.“
„DU?“ Blondie schaute ihn überrascht an. Dann fing er an zu lachen.
„Du kannst mit deiner Witwe fliegen.“ Dann schubste er Akio so brutal nach hinten, dass er auf einen Tisch fiel. Gläser fielen um und deren flüssiger Inhalt ergoss sich über die umsitzenden Piraten.

Bevor Akio etwas unternehmen konnte, wurde er von kräftigen Händen gepackt und hochgezerrt. Er hörte Schreie und Beleidigungen. Dann spürte er den ersten Schlag in die Hüfte. Der Zweite traf seinen Kopf. Danach hörte er auf zu zählen.

Vor der Kneipe kam Akio wieder zu sich. Sein ganzer Körper schmerzte. Er lag auf dem Boden und Blut floss aus seiner Nase und seinem Mundwinkel. Einzelne Laternen beleuchteten erfolglos die dunkle Gasse. Die Nacht war kühl.

Akio richtete sich stöhnend auf. Seine Muskeln schrieen. Dennoch schaffte er es, sich aufzusetzen. Er griff schon in seine Innentasche, um sein Witwenbesteck herauszuholen. Er brauchte es jetzt, um die schrecklichen Schmerzen zu lindern. Doch er hielt inne. Es war ja noch etwas zu erledigen.

Aus der Kaschemme hörte er lautes Lachen. Der Jäger erkannte die Stimme von Blondie. Er war also noch drin. Gut.

Akio quälte sich langsam auf. Er musste seinen ganzen Willen zusammennehmen, um den Schmerz zu ignorieren. Dann humpelte er die enge Gasse hinauf. Mit jedem Schritt spürte er, dass sie ihn ganz schön rangenommen hatten. Er spuckte aus und wischte sich mit dem Ärmel das Blut aus dem Gesicht.

An einem Haufen Mülltüten blieb er stehen.
‚Was soll’s?’, dachte er sich. ‚Besser, als irgendwo dumm rumzustehen.’ Er setzte sich auf die Tüten und war überrascht, wie weich sie waren.

Er bekam Sehnsucht nach einem kleinen Tänzchen. Der würde die Schmerzen vertreiben. Akio überwand diesen Drang. Er holte seine Waffe aus dem Holster und kontrollierte sie. Der Strahler war in Ordnung.
Der Jäger blickte zurück zur Kneipe. Er musste warten, bis seine Beute herauskam. Er begann eine seiner Atemübungen.

Zwei Stunden später hatte sich Akio hinter dem Müllhaufen versteckt. Die Blutungen hatten aufgehört und der Schmerzpegel sich auf ein erträgliches Maß reduziert. Er stand hinter den Plastikbeuteln und machte seine Muskelkontraktionsübungen. Eine Stunde lang beobachtete er so den Eingang. Leute kamen und gingen. Sein malträtierter Körper rief nach Schlaf. Seine Sucht wollte mit der Witwe tanzen.

Akio behielt dennoch die nötige Konzentration aufrecht. Er hielt sich immer vor Augen, worum es ging: seine Eltern, seine Schwester Ling und sein Bruder Kimo. Vor allem seinetwegen durfte Akio nicht versagen.

Die Kneipentür öffnete sich zum wiederholten Male. Akio war hellwach und wieder auf das Hier und Jetzt fokusiert. Rotten Bone torkelte auf die Straße, gefolgt von seinen beiden Gefolgsleuten.

Der Jäger wartet einen Moment, bis sie sich etwas von dem rettenden Eingang entfernt hatten. Dann trat er hervor und nahm eine stabile Schusshaltung ein.

Sein Strahler fauchte leise, als er den Abzug betätigte. Ohne auf das Ergebnis zu achten, schoss Akio noch zwei weitere Male. Dann nahm er die Waffe herunter. Er war ein sehr guter Schütze. Das hatte ihm auch die Witwe nicht nehmen können.

Rotten Bone war tot. Ebenfalls der Pirat, der hinter ihm gegangen war. Der Verbrecher, der als Letzter aus der Kneipe gekommen war, hatte nur einen Schuss in die Hüfte abbekommen. Schließlich musste einer überleben, damit niemand die Leichen fleddern konnte. Allerdings durfte er Akio auch nicht mehr verfolgen können.

‚Alles in Ordnung’, dachte Akio zufrieden, ‚Der Stick wird seinen Adressaten erreichen.’
Dann drehte er sich um und lief aus der Gasse.

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Diese Kurzgeschichte ist mein Beitrag.

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Spuren aus Stein - Bilder von Gizeh

Spuren aus Stein - Bilder von Gizeh

Dieser Bildband ist eine Ergänzung zum Datenblatt "Spuren aus Stein - die Geheimnisse" und meinem Roman "Thot - Spuren aus Stein".

Die Fotos sollen dem Betrachter einen Eindruck über die Monumente von Gizeh vermitteln. Die Bilder der gigantischen Felsblöcke sollen zeigen, welcher Aufwand betrieben wurde. Die Bilder der Verwitterungen sollen das unvorstellbare Alter bezeugen.

Hier sollen Sie die Pyramiden, den Sphinx und die Tempel nicht als Tourist betrachten. Schauen Sie genau hin! Die Fragen kommen von allein.