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Die Kurzgeschichte 'A Ghost In The Dark' gibt es kostenlos zum Download:

A Ghost In The Dark
© Sven Schmidt, alle Rechte vorbehalten

Akio stupste nur kurz seinen Steuerknüppel nach vorne. Die beiden unteren Heck- und die beiden oberen Bugkorrekturdüsen seiner Ghost leuchteten ganz kurz auf. Die kleinen Flämmchen, die sie ausspuckten, hätten nicht einmal für ein Lagerfeuer gereicht.

Nur ganz langsam nickte die Ghost träge nach vorne. Fast wie in Zeitlupe sackte die kantige Nase nach unten hin ab. Sie rang förmlich um jeden Zentimeter. Schier endlos zogen sich die Sekunden.

Das Auge unter der Hornetnase konnte den Zielen nicht mehr folgen und die beiden Schiffe auf der matten Anzeige verschwanden im oberen Bildrand. Akio schaltete den nutzlos gewordenen Monitor aus. Es war ein kritisches Manöver für den Jäger, der seine Beute nun nicht mehr sehen konnte. Denn für eine direkte Sicht waren die Schiffe zu weit entfernt und außerdem gab es nicht genügend Licht.

Doch die Passivortung lieferte weiterhin die Daten der beiden Schiffe auf sein HUD. Akio wusste somit immer noch, wo sie sich befanden und wie ihr Status war.
Nach einer schier endlosen Minute war die Ghost um 90° Grad nach vorne genickt. Akio stupste erneut dezent seinen Steuerknüppel. Dieses Mal in die andere Richtung. Die Hornet gehorchte und stoppte. Sie stand nun im relativen Verhältnis zu den Piratenschiffen Kopf nach unten. Aus Akios Perspektive befanden sich die Ziele nun direkt über ihm.

Der Jäger befeuerte nun ganz vorsichtig die unteren Korrekturdüsen. Stärker jetzt als bei dem Nickmanöver.
Normalerweise diente dieses Manöver dazu, die hellen Flammen unter der Ghost zu verstecken und so unentdeckt zu bleiben. Doch der umgebende Staub der Dunkelwolke wurde zum Verräter. Denn sie wurde jetzt in einer kritischen Weise von dem Feuer luminesziert. Ein gefährlicher Moment für den heimlichen Jäger. Ein möglicher Beobachter konnte nun eine auf dem Kopf stehende Silhouette einer Hornet sehen, die von einer dunkelgrau leuchtenden Aura umgeben wurde.

Während die Ghost immer weiter an Fahrt aufnahm, beobachtete Akio über sein HUD die beiden Schiffe. Sie trieben weiterhin bewegungslos im freien Raum und schienen ihn nicht bemerkt zu haben. Akio wusste, dass sich die beiden Besatzungen in diesem Moment ein heftiges Feuergefecht lieferten.

Er war sich auch ziemlich sicher, dass der CleaverReaper gewinnen würde. Denn seine Constellation war mit einer teuren Talisman-Infraschallkanone ausgerüstet. Diese Waffe erzeugte unhörbare Vibrationen unter 20 Hertz. Obwohl im freien Raum absolut unbrauchbar, durchdrang sie bei angedockten Schiffen die Schleusen und Raumanzüge. Ihr Einsatz rief bei den Opfern entsetzliche Panik hervor und lähmte so ihren Kampfeswillen. Diese Schallkanone war eigentlich eine reine Defensivwaffe. Doch hing es natürlich immer davon ab, wer sie bediente.

Der Jäger beschleunigte sein Schiff mit kaum brennenden Düsen auf knapp achtzig m/sec. Dann ließ er sich treiben. Er hielt mit präziser Genauigkeit auf die beiden Schiffe zu. Mit dieser Geschwindigkeit würde er sich in einigen Minuten an sie herangepirscht haben. Akio wusste, dass er diese Zeit hatte, denn er kannte auch das weitere Vorgehen des CleaverReaper, nachdem er das gegnerische Schiff gekapert und die Besatzung überwältigt hatte. Schließlich hatte der Schlitzer die letzten Jahre genügend Zeugnisse seiner Schandtaten zurückgelassen.

Akio sah wieder die schrecklichen Bilder vor sich. Sein Schuldgefühl griff wieder nach ihm, weil er es nicht verhindert hatte. Jeder einzelne Tote lastete schwer auf seinem Gewissen. Akio fühlte sich verantwortlich. Warum war er immer so langsam gewesen? Warum hatte es immer so lange gedauert, um an die nötigen Informationen heranzukommen? Warum hatte er es nicht geschafft, den CleaverReaper schneller zu fassen?

Irgendwann hatte Akio sich wie der berühmte Esel gefühlt, der einer Mohrrübe hinterherlief, die vor seiner Nase hing. Ohne zu merken, dass die Rübe an einem Stock hing, der an seinem Kopf angebunden war. Er konnte so viel und so schnell laufen, wie er wollte. Er würde die Mohrrübe nie erreichen.

Der CleaverReaper war einfach zu gut und zu vorsichtig gewesen. Er führte die Kopfgeldliste nicht nur deswegen an, weil er so grausam und bestialisch war, sondern vor allem, weil er zu klug gewesen war, um sich erwischen zu lassen. Es hatten sich schon viele Kopfgeldjäger auf die Jagd nach ihm gemacht. Denn die Belohnung auf seinen Tod war astronomisch.

Nicht nur die UEE hatte ein beachtliches Kopfgeld ausgelobt, sondern auch das Banureich und die Xi’An Erbmonarchie. Hinzu kamen noch die Gelder der verzweifelten Hinterbliebenen, die mit ihrem Beitrag ein Stückchen Gerechtigkeit einfordern wollten.

Keiner der Jäger war je zurückgekehrt.

Akio rekapitulierte die Karriere des CleaverReaper. Er kannte alle Namen der Opfer, ebenfalls wann und wo der Schlitzer sie alle getötet hatte.

Das erste Opfer starb vor bald vier Jahren. Es war ein junger Xi’An-Händler gewesen, der ausgeweidet in seiner treibenden Aurora gefunden worden war. Nach zwei weiteren toten Xi’An und einem toten Banu dachten die Behörden zuerst an einen xenophoben Serienmörder. Doch dann fand man in der Perry-Line, dem Niemandsland zwischen Xi’An-Raum und der UEE, auf einem wissenschaftlichen Außenposten fünf weitere ausgeweidete Tote: drei Xi’An-Wissenschaftler und zwei Menschen. Danach nahm es die Advocacy etwas genauer mit den Untersuchungen und lobte sofort ein Kopfgeld aus.

Ein Jahr später konnte ein Geheimdienstmitarbeiter des OES – dem Office of Executive Services – einen Erfolg verbuchen. Bei der Beschattung eines Waffenhändlers gelang ihm unabsichtlich eine Aufnahme des Reapers. Ein Abgleich mit der Datenbank des UEE-Miltärs ergab, dass der Pirat bei der Army gewesen war. Da dessen Krankenakte vorlag, war das Geheimnis um den CleaverReaper schnell gelüftet.

Bei einem Verteidigungskampf gegen die Vanduul erlitt dieser Soldat eine schwere Kopfverletzung. Die Verbindung zu seiner Amygdala, der Gefühlsregion seines Gehirns, war durchtrennt worden. Dadurch hatte er die Fähigkeit verloren, Situationen emotional zu bewerten. Das machte ihn gefühlskalt. Der Verlust der Angstempfindung machte ihn darüber hinaus außergewöhnlich aggressiv und gewaltbereit.

Seither wusste man, wer der CleaverReaper war und dass er aus gutem Hause stammte. Aufgrund seiner Verletzung wusste man, warum er so grausam handelte.
Doch niemand – auch Akio nicht – hatte je erklären können, warum der Schlitzer seine Opfer mit einem Hackebeil aufschnitt und sie bei lebendigem Leibe ausweidete.

Akios Überlegungen wurden von stechenden Schmerzen in seiner Magengegend unterbrochen. Sein entsetzliches Sodbrennen war zurückgekehrt. Irritierenderweise hatte der Jäger immer noch Heißhunger auf Pizza.

Als ob das nicht schon genug wäre, fing sein rechtes Bein an, unkontrolliert zu zucken. Akio schlug mit der Faust ein paar Mal kräftig drauf. Doch das hatte noch nie geholfen. Dann hielt er das Bein fest. Unter seinen Handschuhen spürte er die wilden Zuckungen. Akio unterdrückte wütend seine verzweifelten Tränen. Nicht das noch. Nicht jetzt!

Er hatte es letztes Jahr untersuchen lassen. Der Doktor hatte gemeint, dass es eine somatoforme Störung war und somit keine körperliche Ursache hatte, die er operativ entfernen oder mit Medikamenten heilen konnte. Es war ein Ausdruck von andauerndem Stress und fortwährender Anspannung. Des Weiteren hatte der Arzt ausgeführt, dass es auch ein Anzeichen für Angst oder eine traumatisierende Kriegserfahrung sein könnte. Akio hatte nur kurz aufgelacht.

Offenbar wolle Akio vor irgendetwas davonlaufen, hatte der Doktor salopp gesagt. Er müsse sein Leben umgestalten und zur Ruhe kommen. Dann würde dieses Zucken auch wieder verschwinden.
Am nächsten Tag hatte Akio sein erstes Tänzchen mit der Witwe gehabt.

Der Jäger überlegte sich, ob er es jetzt wagen konnte. Er schaute auf den Entfernungsmesser und auf die Uhr. Eigentlich durfte er nicht. Er musste bei klarem Verstand bleiben. Aber seine Magenschmerzen, sein Heißhunger auf Pizza und jetzt noch das zuckende Bein ließen ihn verzweifeln. Er konnte sich nicht mehr auf seine Mission konzentrieren, wenn ihn all das ablenkte.

Zeit genug hatte er ja. Wenn er nur einen kleinen Tropfen nahm, würde die Umarmung der Witwe – die Zeit, in der er geistig abwesend war – nur ein oder zwei Minuten andauern. Akio fasste sehr schnell den Entschluss. Er wusste, dass er nur unnötig Zeit verlieren würde, wenn er darüber nachdachte und versuchte, dagegen anzukämpfen.

Er holte seine Besteckmappe aus seiner Beintasche und nahm das WiDoW-Fläschchen heraus. Außerdem ein Stückchen Würfelzucker, das in einem kleinen Plastikbeutel abgepackt war. Er konnte sich die Droge durch den Raumanzug nicht spritzen. Darum träufelte er einen Tropfen der dunkelbraunen Flüssigkeit auf den Würfelzucker. Ohne Zucker würde der Geschmack sonst einen Brechreiz auslösen und er müsste sich übergeben.

Akio verstaute seine Besteckmappe wieder in die Beintasche und öffnete seinen Helm. Sein Atem bildete kleine Wölkchen. In der Kabine war es bitterkalt. Das Innenthermometer zeigte -10 Grad Celsius. Es musste so kalt sein, damit die Tarnfähigkeit der Ghost aufrecht erhalten blieb.

Die Dreifach-Isolierverglasung seines Kabinenfensters sorgte mit seiner außerordentlichen Isoliereigenschaft dafür, dass die Außenscheiben nur noch -90 Grad Celsius ‚warm’ waren. Doch bei einer Außentemperatur von -273 Grad würden die Cockpitscheiben bei manchen gekühlten Infrarotdetektoren dunkelrot aufleuchten. Solche Spezialkameras gab es zwar bei allen Militärflotten, allerdings nur auf Schweren Kreuzern und den Trägerklassen. Nur sie konnten den Jäger mit dieser niedrigen Wärmesignatur aufspüren.

Die anderen Militärschiffe und die meisten Zivilschiffe benutzten nur ungekühlte Detektoren, die nur einen Temperaturbereich von -30 Grad bis +900 Grad Celsius abdeckten. Die teuersten, gekühlten Einheiten, die im Zivilbereich eingesetzt wurden, gingen immerhin schon bis -50 Grad Celsius.

Doch an diesen theoretischen Teil seiner Ausbildung dachte der Jäger jetzt nicht. Er betrachtete den Würfelzucker, den er zwischen Daumen und Zeigefinger hielt. Sollte er es wirklich tun? Konnte er es riskieren?

Ja, klar!

Dann steckte er sich den Zucker in den Mund. Dieser hässliche Widerspruch von Süße und Bitterkeit verursachte ein leichtes Pieksen in seinen Nasennebenhöhlen.
Akio beeilte sich, den Würfel zu zerkauen und runterzuschlucken. Er atmete noch einmal kurz tief ein, dann umarmte ihn die Witwe.

Er war schon weggetreten, als sein mobiGlas vibrierte. Sein digitaler Pulsmesser gab stillen Alarm. Doch Akio befand sich schon an einem anderen Ort. Die Witwe führte ihn zurück in seine Kindheit, zu einem längst vergessenen Erlebnis.

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Star Citizen

Star Citizen ist ein sich noch in Entwicklung befindliches Weltraumsimulationsspiel, in dem der Spieler verschiedene Aufgaben erfüllen kann.

Entwickelt wird das Spiel von Chris Roberts, dem Schöpfer der Wing Commander Spiele, und seiner eigens dafür gegründeten Firma Cloud Imperium Games.

Viele Interssierte haben die Entwicklung per Crowdfunding finanziert. Und so existiert eine große Fangemeinde, die selbst Videos und Geschichten zu diesem Spiel erstellen.

Diese Kurzgeschichte ist mein Beitrag.

Schwabendoomsday

SchwabendoomsdaySchwabendoomsday ist der Tag, an dem Stuttgart zerstört wird, um aus Deutschland wieder eine Monarchie zu machen.

Schwabendoomsday – Teil 1: Terrorziel Stuttgart ist ein reinrassiger Katastrophenthriller. Der Anschlag auf das Schwäbische Herz setzt eine Kausalkette in Gang, an deren Ende sich Maximilian die Kaiserkrone aufsetzen kann.

Schwabendoomsday – Teil 2: Terrorziel Freiheit ist ein utopischer Staatsroman. Maximilian ist Kaiser und herrscht mit eiserner Faust. Wie reagieren die Menschen in einer neuen Monarchie? Wie entwickelt sich eine Gesellschaft ohne Freiheit? Kann es eine Rückkehr zur Demokratie geben?

Lesen Sie, wie Deutschland ohne Freiheit aussehen könnte.

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Lilith - Baum des LebensDieser Roman beschreibt die uralte Schöpfungsgeschichte um Adam und Eva.
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Lilith nimmt den Kampf um die Freiheit auf und wird so zur ersten großen Heldin der Menschheitsgeschichte.

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Thot - Spuren aus SteinIn ferner Vergangenheit:
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Sie hinterließen uns ihre Spuren aus Stein in der Hoffnung, dass wir uns an sie erinnern...

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Ein Forscherteam findet nahe Luxor erste Hinweise. Sie folgen den uralten Spuren der Himmelmenschen und erfahren, was seit Jahrtausenden vergessen war.

Spuren aus Stein - Bilder von Gizeh

Spuren aus Stein - Bilder von Gizeh

Dieser Bildband ist eine Ergänzung zum Datenblatt "Spuren aus Stein - die Geheimnisse" und meinem Roman "Thot - Spuren aus Stein".

Die Fotos sollen dem Betrachter einen Eindruck über die Monumente von Gizeh vermitteln. Die Bilder der gigantischen Felsblöcke sollen zeigen, welcher Aufwand betrieben wurde. Die Bilder der Verwitterungen sollen das unvorstellbare Alter bezeugen.

Hier sollen Sie die Pyramiden, den Sphinx und die Tempel nicht als Tourist betrachten. Schauen Sie genau hin! Die Fragen kommen von allein.